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...about snowboard shapes that work in deep and fluffy snow.

Expressing my thoughts about such shapes in a few words reminds me a bit of the phrase "talking about music is like dancing about architecture", as it is best to just have a go on various boards and experience yourself.

But anyway, here's the interview in full by Martina Zollner (sorry, german only):

Basics

Alter? 35

Woher kommst du? Jestetten, Alpennähe

Wo lebst du derzeit? Oberdorf, Allgäu

Wie lange stehst du schon auf dem Snowboard? 27 Jahre

Favorit Mountain? Jeder hat was und die Suche danach bleibt spannend.

Interview

Hi Ben,

1. Derzeit schneit es in den Alpen wie verrückt. Was macht für dich persönlich das perfekte Powder-Board aus?

Es soll gut aufgleiten, schön Auftrieb bieten, geschmeidig laufen, mühelos und agil zu fahren sein, so dass man sich voll und ganz der Vielfalt des Geländes widmen kann, egal was daher kommen mag.

2. Als Gründer von Konvoi Snowboards und Spezialist von Powder-Boards weißt du genau, worauf es im Powder ankommt. Welche technischen Anforderungen muss demnach das Brett erfüllen?

Im Optimalfall sorgt eine geschüsselte und lang gerockerte Nose/Spoon Nose für blitzschnelles und widerstandsloses Aufgleiten. Direktionaler Shape, zurückgesetzter Stance und Profillinie sorgen für den nötigen Auftrieb und flüssiges gleiten und der Flex verleiht dem Ganzen die notwendige Portion Dynamik. Deutlich technischere Anforderungen sind erst gefragt, wenn das Board auch anders als im reinen und fluffigen Schnee zum Einsatz kommen soll.

3. Wie auch beim Surfen gibt es verschiedenartige Shapes wie zum Beispiel das Fishtail. Was für eine Funktion erfüllt das denn beim Snowboarden?

Das Fishtail ist so gesehen zwar nur der Abschluss eines Shapes, kann aber die Funktion deutlich beeinflussen. Am markantesten dabei ist die Möglichkeit die Kante im hinteren Bereich des Boards deutlich weiter hinten auslaufen zu lassen. Das Board hat somit vor allem beim Ende eines Turns oder Slashs deutlich mehr Halt im Schnee. Zusätzlich wird dem Board im Tailbereich Fläche genommen und somit sinkt das Board hinten ein bisschen mehr ab. Einiges deutlicher geschieht dies übrigens beim großen Bruder vom Fishtail, dem Swallow Tail.

4. Es gibt ja die verrücktesten Shapes auf dem Markt. Macht das deiner Meinung nach Sinn oder ist das nur eine Art Vermarktungsstrategie?

Die verrückten Shapes sind super, um die Sache bunter zu machen und neue Ideen ins Spiel zu bringen. Die dann aber gerne mit einer satten Portion Funktionalität verfeinert werden dürfen. Die entsprechenden Vermarktungsstrategien, oder besser gesagt, die damit leider oft einhergehenden nicht ganz wahrheitsgemäßen Versprechungen oder Fehlinformationen sind der Thematik leider langfristig nicht förderlich.

5. Gibt es bestimmte Shapes, die besonders gut im Tiefschnee funktionieren? Wenn ja, welche und warum?

Es gibt eine Vielzahl von Shapes die sehr gut im Tiefschnee funktionieren. Wobei die eigentliche Frage ist, was genau alles funktionieren soll. Grosse weite Turns, schnelle kurze Slashs, oder z.B. auch rückwärts fahren?

Generell gesagt, sollten die Boards an Fläche für den Auftrieb nicht sparen und je nach Einsatzgebiete, gilt es diese passend zu gestalten, bestenfalls immer in Einklang mit der Profillinie.

Und dann muss man ehrlicherweise zugeben, dass es momentan quasi keine reinrassigen Tiefschneeboards am Markt gibt. Denn ein reines Powderboard bräuchte z. B. keine Kanten und könnte durch stärkere dreidimensionale Features noch besser funktionieren. Diesbezüglich sind die ersten Winterstick Boards aus den 70igern, oder aktuell natürlich auch die Powdersurfer von Äsmo oder mir gute Beispiele.

6. Welches Shapes würdest du besonders Powder-Neulingen empfehlen? Gibt es da Unterschiede bzw. gibt es Shapes, die den Einstieg ins Powdern erleichtern?

Ich empfehle generell bzw. biete bisher nur Boards an, die zwar famos im Powder funktionieren, aber eben auch bei jegliche anderen Schneebedingungen überzeugen können. Die Powder Performance kriegt der Novize/die Novizin somit on top und kann sich damit Schritt für Schritt, sicher und ohne besondere Hürde in Richtung weißes und weiches Vergnügen aufmachen.

Allgemein sehr wichtig für unbeschwertes Tiefschneevergnügen ist, dem eigenen Körpergewicht eine angemessene Boardfläche entgegen zu setzen. Ein sehr entscheidender Punkt der leider immer wieder missachtet wird, allerdings auch schnell durch Krämpfe im hinteren Bein und steckenbleiben in flacheren Hangbereichen bestraft wird.

 7. Welche Shapes funktionieren denn wirklich? Nenne uns ein Paar (ca. 3-4) und erkläre warum?

Das Konvoi NEVADO kann ich natürlich nur wärmstens empfehlen, hat ja auch nur knapp vier Jahre gebraucht diese Shape Idee so zu verfeinern, dass es nun wirklich in allen Bereichen am Berg glänzen kann. Den leider besteht der Berg dank Wind und Sonne leider immer nur sehr kurz aus reinrassigen Tiefschnee und ebenso besteht ein Berg nicht nur aus perfekt geneigten Hängen ohne Flach- und Waldstücken. Und es ist ein sehr befreiendes Gefühl, wenn man sich über all so Sachen keine Gedanken mehr machen muss, sondern einfach fährt, was man grad fahren will. Dabei spielt vor allem auch die Länge eine entscheidende Rolle, denn ein längerer Shape gleitet einfach flüssiger und paraller zur Schneeoberfläche. Während kurze und breite Shapes zwar auch sehr spassig sein können, aber durch die sehr nach hinten gekippte Fahrweise, wird einem doch auch viel der Speed und damit die Entfaltungsmöglichkeit im Gelände genommen.

Wobei auch das KANTAR diesem nicht viel nach steht, wobei der zentralere Stance zwar mehr Freestyle Tricks im Gelände ermöglicht, aber eben auch ein bisschen auf Kosten des Auftriebs in die Hauptrichtung geht.

Eher klassische Powder Boards sind z.B. das Gentemstick Rocket Fish oder das Field Earth T6. Breite Nose mit sanftem Übergang in den Sidecut, sehr directional, getapert und ausgeprägte Swallotails. Perfekt zum Powder pflügen und auch auf einer weichen Piste ein Erlebnis.

Wer auch im Tiefschnee mehr Freestyle Sachen veranstalten will, ist entweder auf steiles Gelände bzw. geringes Körpergewicht angewiesen, oder probiert es mit so etwas wie dem Yes Powderhull.

Wirklich astreine Tiefschneeboards sind Shapes wie das Venture Euphoria von 2013 oder aktuell das Korua Obelix, Reverse Sidecut bzw. beinahe und somit Auftrieb ohne Ende. Zwar nur an sehr wenigen Tagen wirklich sinnvoll, dann aber eben Euphorie pur.

Ansonsten kann Tiefschneefahren natürlich auch noch speedige und weite Turns in sehr offenem Gelände bedeuten. Da kann ein sehr schmaler und langer Shape sein ganzes Potential entfalten, wobei es momentan aber nicht wirklich überzeugende Angebote in diese Richtung gibt.